17 Jan 2012

Oscar Statue fuer Wissenschaftler von ARRI und Fraunhofer

Die Firma ARRI und das Fraunhofer IPM freuen sich bekanntzugeben, dass die »Academy of Motion Picture Arts and Sciences« den gemeinsam entwickelten ARRILASER Filmbelichter mit einem »Academy Award of Merit« auszeichnet. Am 11. Februar 2011 werden die Oscar-Statuen feierlich in Beverly Hills ueberreicht.

Mit dem »Academy Award of Merit« werden jaehrlich Persoenlichkeiten geehrt, die hinter einer „grundlegenden Errungenschaft stehen, die nachweislich einen erheblichen Einfluss auf die Weiterentwicklung der (Film)-Industrie hat" (©A.M.P.A.S.®).

Fuer das Design und die Entwicklung des ARRILASER Filmbelichters geht jeweils eine Oscar-Statue an Franz Kraus und Johannes Steurer von ARRI sowie an Wolfgang Riedel vom Fraunhofer IPM. Der Laser-Filmbelichter »beweist ein hohes Mass an Ingenieurskunst, die ein kompaktes, nutzerfreundliches und wartungsarmes Geraet hervorgebracht hat, das gleichzeitig eine herausragende Geschwindigkeit und Bildqualitaet besitzt«. Einige Ausschnitte der wissenschaftlich-technischen Preisuebergabe werden auch in der TV-Oscar-Verleihung am 26. Februar gezeigt.

Der ARRILASER ist ein filmtechnisches Geraet, mit dem digitale Bilder auf Kinofilm belichtet werden. Dadurch wurde es seit einigen Jahren moeglich, Spielfilme mit computergestuetzten Trickbearbeitungen in die bislang meist noch Celluloid-basierten Kinos zu verteilen.

Das Grundkonzept des ARRILASERs wurde massgeblich durch das Forschungsteam um Wolfgang Riedel mitentwickelt, der als Projektleiter bei Fraunhofer IPM bereits einen sehr erfolgreichen Grossformatbelichter fuer die Fotoindustrie entwickelt hatte. Zu diesem Know-how kam nun das filmtechnische Wissen um die Beduerfnisse der Kinoindustrie durch ARRIs eigene Geraeteentwicklung und Dienstleistung in der Filmbearbeitung. Erst das Wissen aus diesen beiden Welten erlaubte dem Team um Kraus, Steurer und Riedel, die notwendigen Spezifikationen eines Laser-basierten, hochwertigen und hochaufloesenden Filmbelichters zu definieren. Nach nur zwei Jahren Entwicklungszeit wurden die ersten Prototypen eines solchen Laser-Filmbelichters im Jahre 1998 fuer Praxistests an Digital Domain in Los Angeles und an Computer Film Company in London geliefert. Mit Erfolg! Heute ist der ARRILASER zum Standard in der Filmindustrie geworden und mit ueber 280 Einheiten im weltweiten Einsatz.

»Die Idee war, ein Geraet anzubieten, das in puncto Qualitaet jedem Hollywood-Anspruch genuegt, gleichzeitig aber effizient genug ist, um auch bei knappen Filmbudgets wettbewerbsfaehig zu sein«, erklaert Franz Kraus, Geschaeftsfuehrer von ARRI. Johannes Steurer, leitender Ingenieur bei ARRI, ergaenzt: »Der ARRILASER arbeitet so schnell und ist dabei so kostenguenstig, dass Filmproduzenten dies bald zu schaetzen lernten. Frueher wurden nur einzelne Spezialeffekt-Szenen am Computer bearbeitet. Der Rest eines Spielfilms wurde analog bearbeitet und geschnitten. Nun begann man damit, die kreativen Vorteile der digitalen Bearbeitung fuer den ganzen Spielfilm zu nutzen und die digitalen Daten am Ende mit einem ARRILASER auf Kinofilm zu uebertragen. Dieses Verfahren ist viel schneller, kostenguenstiger und qualitativ hochwertiger, als man es vorher gewohnt war. Der ARRILASER ist dadurch ein Wegbereiter fuer die Digitalisierung der Film-Branche im grossen Massstab«. »Auch wissenschaftlich war die Entwicklung des ARRILASERs ein voller Erfolg«, sagt Wolfgang Riedel von Fraunhofer IPM. »Denn es gab viele technologische Herausforderungen, die nur geloest werden konnten, weil viele Wissenschaftler von den unterschiedlichsten Organisationen beteiligt wurden. Einige signifikante Fortschritte in den Spezialgebieten sind auf dieses gemeinsame Projekt zurueckzufuehren.«

Im Anschluss an die Entwicklung des ARRILASERS nutzte Fraunhofer IPM diese Technologie noch fuer eine weitere Innovation: Mit dem ARCHE Laserbelichter konnte erstmals ein Farbmikrofilmbelichter entwickelt werden, um digitale Bilddaten  -  z. B. Dokumente  -  auf einem langzeitstabilen Analogfilm auszubelichten. Dieses System wird bereits seit Jahren vom Institut fuer Erhaltung von Archiv- und Bibliotheksgut des Landesarchivs Baden-Wuerttemberg in Ludwigsburg eingesetzt.

Dieser fruehe Ausflug in die digitale Technologie ebnete spaeter den Weg fuer weitere Innovationen. »Wir sind sehr stolz, dass wir den Oscar insbesondere fuer dieses Produkt erhalten, weil es das allererste digitale System von ARRI ist«, sagt Kraus. »Der ARRILASER ist fuer sich schon ein Erfolg, aber er war auch die Grundlage fuer weitere digitale Projekte wie ARRISCAN und ARRIFLEX D-20. Erst dadurch konnten wir die Kompetenz und das Vertrauen der Kunden erwerben, um die ALEXA-Kamera zu entwickeln.«

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Hintergrund: ARRI:
Die ARRI Gruppe ist der weltweit groesste Hersteller und Verleiher von Filmkameras sowie von Produkten fuer digitale Filmbearbeitung und Beleuchtung. In seiner ueber 90-jaehrigen Firmengeschichte ist ARRI dabei in allen Kerngeschaeften mit kontinuierlicher Innovation und revolutionaeren Technologien weltweit praesent.

Heutzutage liegt der Fokus in der Entwicklung neuer digitaler Technologien, aber auch in der Optimierung von traditionellen analogen Arbeitsprozessen und der Erlangung von groesstmoeglicher Bildqualitaet durch die Kombination der besten Elemente aus analog und digital.

Neben seinem unvergleichlichen digitalen ALEXA Kamerasystem, unerreichten LED-Beleuchtungsloesungen und weltweit eingesetzten DI-Postproduktionsprodukten wie dem ARRISCAN und ARRILASER ist ARRI weiterhin bestrebt, neueste technische Entwicklungen in seine umfangreiche Produktpalette zu integrieren. In Anerkennung seiner bahnbrechenden Produkte erhielt ARRI bislang 17 Auszeichnungen (Statuetten und Technik-Oscars) von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences. Weitere Infos unter www.arri.com

 

Presse Kontakt: Catia Marini

Tel.: +49 89 3809 1382 (office)

E-Mail: cmarini@arri.de

 

 

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Hintergrund: Fraunhofer IPM
Das Fraunhofer-Institut fuer Physikalische Messtechnik IPM entwickelt massgeschneiderte Messtechniken, Systeme und Materialien fuer die Industrie. Langjaehrige Erfahrung mit optischen Technologien und funktionalen Materialien bilden die Basis fuer Hightech-Loesungen in ganz unterschiedlichen Bereichen: von der Laser-Belichtungstechnik, ueber die optische Messtechnik, die Spektroskopie und Terahertz-Messtechnik bis hin zur Thermoelektrik und zu integrierten Sensorsystemen. Weitere Infos unter www.ipm.fraunhofer.de


Downloads

120112 ARRI Sci Tech Press Release deutsch IPM js 3 (pdf, 86 K)

 

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