Wie „Blade Runner 2049” beleuchtet wurde

Oberbeleuchter Bill O’Leary spricht über die Arbeit an „Blade Runner 2049“. Die Produktion des Sequels von Ridley Scotts Sciene-Fiction-Klassiker wurde komplett von ARRI Rental ausgestattet.

Im Sequel zu Ridley Scotts Sciene-Fiction-Klassiker „Blade Runner“ von 1982 lässt Regisseur Denis Villeneuve Harrison Ford als Rick Deckard zurückkehren. Gemeinsam mit Ryan Gosling als Replikant K sieht er sich Jared Leto als Schurke Niander Wallace gegenüber. Kameramann Roger Deakins (CBE, ASC, BSC) arbeitete bei „Blade Runner 2049“ mit ALEXA-XT-Studio-Kameras, Master-Prime-Objektiven und Scheinwerfern von ARRI, um die atemberaubende Optik des Films zu kreieren. Deakins' Oberbeleuchter, Bill O' Leary, beschreibt, wie einige der komplexen Lichtsituationen während der Dreharbeiten in Ungarn erreicht wurden.

Wie würden Sie den Look des Films beschreiben?


Ich würde sagen, der Look ist ziemlich naturalistisch. Kameramann Roger Deakins musste entscheiden, welche Lichtquellen es in der Zukunft geben könnte. Da war seine Vorstellungskraft gefragt. Aber das Drehbuch bot viele Anhaltspunkte.

Bitte beschreiben Sie den Umfang der Produktion und die Vorbereitungszeit dafür?

Ich hatte neun Wochen Vorlauf für eine Drehzeit von etwa 90 Tagen. Oft arbeiteten wir in bis zu sechs Origo- und drei Korda-Studios in verschiedenen Phasen des Aufbaus, des Filmens und des Abbaus. Insgesamt waren wir ein Beleuchungsteam von 20 Leuten. Es war ohne Zweifel das beste Team, mit dem ich jemals gearbeitet habe – abgesehen von meiner New Yorker Crew, mit der ich seit Jahrzehnten vertraut bin. Weil wir erstklassige Rigger und Programmierer mit dabei hatten, war die Steuerung der Dimmer trotz des großen Projektumfangs gar nicht so schwer.

„Weil wir erstklassige Rigger und Programmierer mit dabei hatten, war die Steuerung der Dimmer trotz des großen Projektumfangs gar nicht so schwer”

Die Innenszenen wirken sehr weich, warm und atmosphärisch – fast sepiafarben. Wie haben Sie diese Ästhetik kreiert?

Roger schuf den Look zum größten Teil schon mit der Kamera. Wir haben sanfte Lichtquellen und viele Farbfilter an den Lampen verwendet, um die verschiedenen Farbstimmungen zu kreieren. Insgesamt haben wir fast 1400 Rollen Farbfilter verbraucht.

Die Kulisse für die Bibliotheksszene haben Sie ausschließlich mit SkyPanels von ARRI beleuchtet. Wie kann man sich das vorstellen?

Das war ein großes Set mit einer Kassettendecke mit Milchglaspaneelen. Hinter jeder Öffnung befand sich ein Kasten, in den wir ein ARRI S60-C hängten. Insgesamt waren es 100 SkyPanel. Das gab uns die Möglichkeit, jede Reihe separat anzuschalten, während die Schauspieler durch das Set liefen. Die SkyPanel ließen sich auch in einem herkömmlichen Tungsten-Setup einfach integrieren.

Im Raum von Niander Wallace verwendeten Sie einen beweglichen Ring aus Tungsten-Leuchten, um die Sonne und ihre Schatten zu simulieren. Wie wurde das gemacht?

Wir benutzten 256 ARRI 300-Watt-Fresnels, aufgehängt in zwei konzentrischen Kreisen. Die Flügeltore wurden entfernt, so dass sich die Leuchten berührten. Wenn wir eine langsame Verfolgung programmierten, wirkte es wie eine weiche Quelle von etwa acht Leuchten, die das Subjekt umkreisten. Das bedurfte einer ziemlich aufwändigen Dimmer-Installation.

256 ARRI 300-Watt-Fresnels, aufgehängt in zwei konzentrischen Kreien, wurden eingesetzt, um in einem Raum Sonne und Schatten zu simulieren

Welchen war Ihr Lieblings-Setup?

Der Replikantenkorridor war ganz eindeutig mein Favorit und gleichzeitig die größte Herausforderung. Alleine die Mischung der drei beweglichen Scheinwerfer und das Schneiden, um Überlappungen zu verhindern und die Wände sauber zu halten, waren schon harte Nüsse. Die Lampen wurden per Hand von einer speziell für diesen Zweck konzipierten Catwalk-Konstruktion an Vorhangschienen entlang gezogen. Auch der Aufbau und die Umsetzung der Lichteffekte ließen keinen Spielraum für Fehler.

Wie empfanden Sie die Zusammenarbeit mit ARRI Rental?

Ich habe gefühlt jede zweite Woche besondere Unterstützung benötigt, und ARRI Rental hat wirklich alles besorgt, was wir brauchten – und das auch noch pünktlich. Mein Dank geht an alle bei ARRI Rental München und ARRI Rental Budapest. Gut gemacht, Leute!

Oberbeleuchter Bill O’Leary