Filmfest München: Premieren, Preise und Partys

Als Preisstifter des ARRI/OSRAM Awards, Technikpartner und mit Veranstaltungen trug ARRI zum Gelingen des 35. Filmfest München bei.

„Wir haben ein sensationelles Programm“, versprach Festivalleiterin Diana Iljine bei der Pressekonferenz des Filmfest München am 8. Juni 2017 und versprach damit nicht zu viel. 180 aktuelle Filme aus 60 Ländern waren dieses Jahr zu sehen, davon 120 Deutschland- und 45 Weltpremieren. Neben 81.500 Besuchern und mehr als 2000 Branchenprofis kamen auch viele bekannte Persönlichkeiten vom 22. Juni bis zum 1. Juli in die Bayerische Landeshauptstadt, darunter Bryan Cranston, Sofia Coppola mit ihrer Mutter Eleanor, Bill Nighy und Claire Denis ebenso wie zahlreiche Film- und TV-Schaffende aus Deutschland.

Festivalleiterin Diana Iljine (M.) bei der Pressekonferenz: „Wir haben ein sensationelles Programm“

  „Absolutes Schmankerl“: „Münchhausen“ restauriert


Als „absolutes Schmankerl“ kündigte Diana Iljine die Weltpremiere der digital restaurierten Fassung des UFA-Klassikers „Münchhausen“ an, die am 23. Juni im ARRI Kino über die Bühne ging. Dabei übernahm ARRI Media für die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung die Digitalisierung in 4K-Auflösung sowie die aufwendige Farb- und Tonrestauration.

„Aussehen und Inhalt sind so nah wie möglich an das Original von 1943 angelehnt. Die Aufführung heute findet gottlob in einer ganz anderen Zeit statt“, betonte Franz Kraus, Technikvorstand von ARRI. Und weiter: „Mit unserem Beispiel möchten wir Unternehmen und Stiftungen anregen, Partnerschaften für die Restaurierung von ausgewählten Filmen zu übernehmen.“

Ernst Szebedits, Vorstand der Murnau-Stiftung, erinnerte daran, dass sich „aktuell alle Institutionen, die mit dem Filmerbe betraut sind, in einem Wettlauf gegen die Zeit“ befinden: „Was nicht bald digitalisiert wird, wird unsichtbar und verschwindet.“

Prof. Dr. h. c. Bernd Neumann, Präsident der Filmförderungsanstalt (FFA) und Staatsminister a. D., stellte in seiner Rede fest: „Film ist im Vergleich zu allen anderen Medien das überzeugendste, anschaulichste, lebendigste und mit Abstand emotionalste Medium für uns Menschen.“ Deshalb sei es „absolut unerlässlich, endlich in ausreichendem Maße dafür Sorge zu tragen, dass unser filmisches Erbe auch nachfolgenden Generationen erhalten bleibt“. Die Unterstützung von ARRI bezeichnete er als „wunderbar und beispielhaft“: „Ein solches Engagement aber kann und darf natürlich nicht die Beiträge ersetzen, die von Bund und Ländern in diesem Bereich zu leisten sind.“ Und plädierte für eine deutliche Erhöhung der Fördermittel.

Bei der „Münchhausen“-Premiere (v. l.): Dr. Jörg Pohlman, Franz Kraus (beide ARRI), Daniel Sponsel (DOK.fest), Diana Iljine (Filmfest München), Prof. Dr. h. c. Bernd Neumann (FFA), Ernst Szebedits (Murnau-Stiftung), Josef Reidinger (ARRI Media) und Eberhard Junkersdorf (FFA)

  Diskussion „Alte Schätze in neuem Glanz“


„Münchhausen“ waren ebenfalls Thema bei der von SPIO-Präsident Alfred Holighaus moderierten Diskussionsrunde „Alte Schätze in neuem Glanz“ am 30. Juni im Veranstaltungsort Gasteig. Von spannenden Begegnungen zwischen High-tech und Filmhistorie berichteten Geschäftsführer Josef Reidinger, Lead Producer Marko Krinke (beide ARRI Media), Anke Wilkening von der Murnau-Stiftung, Prof. Dr. Barbara Flückiger von der Universität Zürich und Juliane Lorenz von der Rainer Werner Fassbinder Foundation. Diesen Streifzug durch die Geschichte der Filmherstellung und Restauration fanden die Anwesenden spannend – und fragten vielfach nach.

Diskutierten über „Alte Schätze in neuem Glanz“ (v. l.): Marko Krinke (ARRI Media), Prof. Dr. Barbara Flückiger (Universität Zürich), Anke Wilkening (Murnau-Stiftung), Juliane Lorenz (Fassbinder Foundation), Alfred Holighaus (SPIO) und Josef Reidinger (ARRI Media)

  ARRI/OSRAM Award für „Loveless“


Was wäre ein Filmfestival ohne Preise? Zu den wichtigsten beim Filmfest München gehört der mit 50.000 Euro dotierte ARRI/OSRAM Award für den „Besten internationalen Film“ im Wettbewerb CineMasters. Dieser wurde am 1. Juli bei einer feierlichen Preisverleihung zum Abschluss des Festivals überreicht. „Der Preis geht an `Loveless` von Regisseur Andrey Zvyagintsev“, verkündete Dr. Jörg Pohlman, einer der beiden Vorstände von ARRI. „’Loveless’ erzählt auf eindringliche Weise über das tragische Verschwinden eines Kindes in einer Familie, in der Mitgefühl verschwunden zu sein scheint“, begründete die unabhängige Jury, die aus Regisseurin Valeska Grisebach, Schauspielerin Nastassja Kinski und Produzent Markus Zimmer bestand.

„Angesichts der vielen tollen Filme, die für diesen Wettbewerb ausgewählt wurden, fühle ich mich sehr demütig und geehrt, diesen Preis entgegen nehmen zu dürfen“, betonte „Loveless“-Produzent Alexander Rodnyansky. Das russische Familiendrama – gedreht mit den Kamerasystemen ALEXA XT und ALEXA Mini sowie mit SkyPanel-Scheinwerfern von ARRI – wurde bereits beim Festival de Cannes 2017 mit dem Jurypreis ausgezeichnet.

„Loveless“-Produzent Alexander Rodnyansky: „Ich fühle ich mich sehr demütig und geehrt, diesen Preis entgegen nehmen zu dürfen“

Schon seit 2008 stiftet ARRI, seit 2013 gemeinsam mit OSRAM, diesen Award. „Seit 100 Jahren hilft ARRI Filmemachern bei der Umsetzung ihrer Ideen. Ob Analog oder Digital – Wir respektieren die kreativen Entscheidungen und unterstützen sie bei all ihren Projekten“, erklärte Dr. Jörg Pohlman.

Eine lobende Erwähnung erhielt außerdem der belgische Film „Home“ von Regisseur Fien Troch.

Gruppenbild nach der Verleihung des ARRI/OSRAM Awards mit (v. l.) den Preisstiftern Dr. Jörg Pohlman (ARRI) und Hans-Joachim Schwabe (OSRAM), dem Gewinner Alexander Rodnyansky (Produzent von „Loveless“), Festivalleiterin Diana Iljine sowie den den Jurymitgliedern Nastassja Kinski (Schauspielerin), Valeska Grisebach (Regisseurin) und Markus Zimmer (Produzent)

Auch bei anderen Preisträgern war ARRI involviert. So freuten sich die Band Killerpilze über den Publikumspreis für ihre Dokumentation „Immer noch jung“ und ARRI Media über die erfolgreiche Bildpostproduktion an dem Projekt. Beim Friedenspreis des Deutschen Films – Die Brücke 2017 wurde Julia Vysotskaya für ihren Auftritt in „Paradies“ mit dem Schauspielerpreis ausgezeichnet. Regisseur Andrei Konchalovsky erhielt den Ehrenpreis für „Paradies“ und sein Lebenswerk. Bei dem prestigeträchtigen Drama war ARRI gleich mehrfach involviert. „Paradies“ wurde zum Teil mit einer ALEXA Mini von ARRI Rental gedreht, wobei bei den tagesaktuellen Datentransfers vom Filmset der Cloudservice Webgate zum Einsatz kam. Zudem war ARRI Media für die kompletten Bild- und Tonpostproduktion zuständig und übernahm den Weltvertrieb. Auch bei „Zuckersand“ – ausgezeichnet mit dem Bernd Burgemeister Fernsehpreis – übernahm ARRI Media die Bild- und Tonpostproduktion.

Alle Preisträger des Filmfest München im Überblick – viele davon entstanden mit Equipment von ARRI.

  Warm-up- und Something-Stupid-Party


Darüber hinaus wurde mit Unterstützung von ARRI gefeiert, geredet und Netzwerke gespannt. Schließlich gab es neben dem offiziellen Filmfest-Programm jede Menge weiterer Branchenevents. So gehörte ARRI Media zu den Sponsoren der traditionellen Warm-up-Party am 21. Juni in der Oskar Maria Brasserie. Und bei der legendären, nur alle zwei Jahre stattfindenden Something-Stupid-Party von Filmproduzent Christian Becker (Rat Pack) – diesmal im Kesselhaus und Kohlebunker – war ARRI ebenfalls Sponsor.

ARRI Media gehörte zu den Sponsoren der Warm-up-Party

Bei der Something-Stupid-Party war ARRI ebenfalls Sponsor

  Technikpartner ARRI Rental und ARRI Media


Dank Technikpartner wie ARRI Rental und ARRI Media war das Filmfest München 2017 auch technisch auf dem neuesten Stand. ARRI Rental etwa sorgte mit seiner Ausrüstung für das richtige Scheinwerferlicht auf dem Roten Teppich.

ARRI Rental beim Aufbau zum Filmfest München

  „Wir leben schon in einer tollen Filmstadt“


„Nur mit unseren Partnern können wir ein attraktives Festival mit hochkarätigen Filmen, Gästen und Veranstaltungen präsentieren“, bedankte sich Diana Iljine bei Unterstützern wie ARRI. Und stellte fest: „Ein tolles Filmfest, die Bavaria-Filmstudios und eine Weltfirma wie ARRI – Wir leben schon in einer tollen Filmstadt.“

Fotos: ARRI (5), Filmfest München/Kurt Krieger (2), Filmfest München/Dominik Bindl (1), Hannes Rohrer