Das wilde Brasilien in neuem Look

Kameramann und Emmy-Gewinner Cristian Dimitrius liefert einen neuen, aufregenden Blick auf die Natur und Tierwelt seines Heimatlandes Brasilien. Dafür hat er eine Vielzahl von maßgeschneiderten Kameratechniken eingesetzt. CÂMERA SELVAGEM ist eine neue Art von Reality-Show, die Zuschauer jetzt im brasilianischen National Geographic Channel sehen können. Dimitrius hat für diese Reality-Show mit Hilfe von ARRI Kameras und Beleuchtung den Look einer Dramaserie geschaffen. Auf die Frage, wie er die Qualität der Bilder dieser Kameras einschätzt, sagt er: „Auf einer Skala von 0 bis 10? 10! Die Bildstruktur, die wir in der Sendung haben, habe ich noch in keiner vergleichbaren Sendung auf diesem Kanal gesehen. Und ich kann mir nicht vorstellen, diese mit einer anderen Kamera erzeugen zu können.“

Dimitrius berichtet, wie er die AMIRA und die ALEXA Mini sowie die ARRI SkyPanel Soft Lights einsetzte, um das „Look and Feel“ zu erreichen, das er im Sinn hatte.

The new look on wild Brazil

Utilizing a variety of customized camera techniques, Emmy award-winning cinematographer Cristian Dimitrius delivers a new and exciting view of the wildlife found in his native Brazil.

CÂMERA SELVAGEM ist eine ziemlich einzigartige Serie. Erzählen Sie uns bitte ein bisschen davon.

Die Serie ist in vielerlei Hinsicht einzigartig. Sie erzählt von dem Prozess, mit einem einzigartigen Gerät ein einzigartiges Bild einer einzigartigen Naturszene zu erhalten. Die Art, wie wir das präsentieren, macht diese Sendung so besonders. Wir setzen bei einer Reality-Show auf einen sehr cinematischen Look, und im Mittelpunkt stehen die Konflikte zwischen den drei Hauptfiguren. Ein Naturfilmer, ein Ingenieur und ein Wissenschafts-Nerd, drei sehr unterschiedliche Charaktere, müssen gemeinsam eine Mission erfolgreich abschließen. Die Sendung verbindet Drama, Comedy, Abenteuer, Action und natürlich jede Menge Natur und Tierwelt.


In jeder Episode entwickeln wir eine andere Art von Kameraaufnahme, und um diese zu ermöglichen, müssen wir neues Equipment bauen. Der Vorgang ist in drei Abschnitte unterteilt. Erstens, das Labor: Hier erkläre ich, welche Aufnahme wir brauchen, und wir brainstormen über Möglichkeiten, ein spezielles Gerät zu entwickeln, mit dem diese machbar ist. Zweitens, die Fabrik: Hier wird aus der Idee ein echtes Gerät, wir bauen dieses von Grund auf. Wenn alles gut ist, geht es drittens in die freie Wildbahn, wo wir drehen. Hier haben wir keine Kontrolle über die Elemente, und das Kameragerät wird getestet. Manchmal funktioniert es, manchmal nicht.

Haben Sie für die verschiedenen Abschnitte der Sendung unterschiedliche visuelle Herangehensweisen? Wie haben Sie sich jeweils für einen Look entschieden?

Für jeden Teil gibt es eine eigene Herangehensweise. Das Lab ist am meisten cinematisch. Es ist bunt und voller Requisiten, wie ein Kindergarten für Erwachsene, mit einer Menge Spielzeug. Die Fabrik ist metallischer und härter, das Licht ist dort kälter. Es handelt sich um eine echte Fabrik, also konnten wir das Licht einigermaßen kontrollieren. Wir haben Umgebungslicht und künstliches Licht gemischt. In dem Abschnitt nutzen wir kurze Clips, um den Bauvorgang zu zeigen, mit jeder Menge Zeitlupen, Makroaufnahmen und Point-of-View-Shots. In der freien Wildbahn wollen wir eher einen realistischen Look, verwenden nur natürliches Licht, machen mehr Schulterkamera-Aufnahmen, alles passiert hier sehr schnell. Wir haben versucht, eine sehr geringe Schärfentiefe beizubehalten, so dass das Feeling der restlichen Sendung nicht verloren geht.

Die Bildstruktur, die wir in der Sendung haben, habe ich noch in keiner vergleichbaren Sendung auf diesem Kanal gesehen. Und ich kann mir nicht vorstellen, diese mit einer anderen Kamera erzeugen zu können.

Das klingt, als ob die meisten Drehtage unvorhersehbar und rasant gewesen seien. Welche Kameras haben sie eingesetzt – und warum?

Es war wie immer bei Naturaufnahmen: Alles ging schnell und war unvorhersehbar. Wir haben die AMIRA für den Großteil der Produktion gewählt und die ALEXA Mini für besondere Aufnahmen. Wir haben uns für beide hauptsächlich wegen der Qualität des Sensors und des Looks der Bilder entschieden. Wichtig waren daneben ihre Vielseitigkeit, ihre Fähigkeit, in verschiedenen Umgebungen zu funktionieren, und natürlich ihre Verlässlichkeit. Die Kameras mussten immer funktionieren, wir konnten uns keine Aussetzer erlauben. Außerdem waren Größe, Ergonomie und Gewicht großartig für unser kleines Team.

Wie haben AMIRA und ALEXA Mini in dem heißen, feuchten Klima funktioniert?

Sehr gut. Wir hatten mit beiden Kameras nicht ein einziges Problem. Die AMIRA war den ganzen Tag lang unser Arbeitstier – in allen Umgebungen, von der schönen Insel Fernando de Noronha bis ins Herz des Pantanal. Die Mini war großartig für verschiedene Perspektiven und für den Einsatz mit Steadicam. Ich halte das für eine großartige Kombination, die außergewöhnliche Qualität liefert und die Kollegen von der Postproduktion sehr glücklich macht. Das war wirklich ein großartiges Kameraset für eine Serie wie diese.

Haben Sie Kamera-interne LUTs und ND-Filter genutzt? Was halten Sie von diesen?

Wir haben alle Szenen in ARRI Log C gedreht. Wir haben in vielen verschiedenen Umgebungen gearbeitet, und so waren wir flexibler in der Postproduktion. Die internen ND-Filter der AMIRA waren von entscheidender Bedeutung für Outdoor-Drehs, bei denen wir keinen Einfluss auf das Licht hatten. Die ND-Filter konnten problemlos hinzugefügt werden, dabei mussten wir die Blende nicht verändern und konnten die Schärfentiefe beibehalten. Das ist meiner Meinung nach ein großartiges Feature, und ich kann mir bei einem Dreh, der so schnell und intensiv ist, nicht vorstellen, externe ND-Filter anzubringen. Wir würden dabei viel Zeit verlieren – und manchmal die ganze Szene.

Bei manchen Szenen haben Sie außerdem das ARRI SkyPanel eingesetzt. Wie waren Ihre Eindrücke?

Das SkyPanel ist definitiv die nächste Generation von Scheinwerfern, die man nun überall hin mitnehmen kann. Ich habe bei den Szenen im Labor und in der Fabrik ein S60 verwendet. Und in der freien Wildbahn war das S30 sehr nützlich. Wir haben zwei V-Lock Akkus verwendet und konnten den Scheinwerfer somit problemlos zu unseren Nachtdrehs mitnehmen. Er liefert genau die richtige Menge an Licht, in der richtigen Farbe, um zum Mondlicht zu passen. Er bringt diesen kleinen Schub, mit dem wir die Nachtszenen in der natürlichsten Weise drehen konnten. Der Look ist großartig. Von einem solchen Scheinwerfer habe ich seit Jahren geträumt. In der Fabrik und dem Labor war er unsere zentrale Lichtquelle, und weil man die Lichttemperatur so leicht anpassen kann, gab es überhaupt keine Probleme, die Farben der verschiedenen Abschnitte der Sendung abzustimmen. Und dank der integrierten Farbfilter-Library konnten wir mit dem kleinen Team schnell und einfach arbeiten.

Wann wird der National Geographic Channel die Serie ausstrahlen?

Sie läuft seit dem 16. Juli. Die acht Episoden sind völlig unterschiedlich. Ich bin mir sicher, dass die Zuschauer das neue Format mögen werden.

Und was steht bei Ihnen als nächstes auf dem Programm?

Staffel zwei, ein paar Geschichten aus aller Welt für meine Sendung für TV Globo, und eine neue Natur-Serie über die brasilianische Küste. Es gibt immer noch so viel Schönheit in dieser Welt, die einem größeren Publikum gezeigt werden muss. Und ich suche weiter nach einzigartigen Aufnahmen, die ich mit allen teilen möchte.