ALEXA und das SkyPanel bei LIKE CRAZY

ALEXA und das SkyPanel bei LIKE CRAZY

Die Tragikomödie LIKE CRAZY (LA PAZZA GIOIA) von Paolo Virzì erzählt die Geschichte zweier Frauen, die sich in einer psychiatrischen Klinik in der Toskana anfreunden. Sie reißen aus und begeben sich gemeinsam auf einen Roadtrip. Kameramann Vladan Radovic berichtet, wie er den Film mit ALEXA Kameras und SkyPanel LED Softlights drehte.

Trailer for LIKE CRAZY, shot with ALEXA and SkyPanel

Director Paolo Virzì's comedy drama film LIKE CRAZY (LA PAZZA GIOIA) tells the story of two women who abscond from a mental health clinic in Tuscany, setting out on a road trip together. Cinematographer Vladan Radovic AIC worked with ALEXA cameras and SkyPanel LED soft lights. 

Paolo und ich wollten der Geschichte mit der Fotografie folgen, so wie wir das immer machen. In diesem Fall war das eine große Herausforderung, weil die Mädchen verrückt sind und aus seiner psychiatrischen Klinik flüchten, weil sie also zu vielen unterschiedlichen Orten aufbrechen. Wir versuchten immer, mit unseren Kameraentscheidungen ihren Gefühlen gerecht zu werden.

Bei den Außenaufnahmen setzte ich auf die warme Sonne der Toskana. Aber ich versuchte, diese Art von Licht nicht zu verwenden, wenn wir im Krankenhaus drehten. Bei den dramatischen Szenen in der psychiatrischen Klinik verwendete ich interne Quellen kalten Lichts oder kalte Reflexionen des warmen Sonnenlichts, das von außen kam. So hatten wir außen warmes Licht und innen dessen kalte Reflexionen.

Manchmal wechselte die Stimmung einer Figur innerhalb einer Szene, und wir wollten das visuell darstellen. Es gab beispielsweise eine lange Einstellung, in der ich allmählich die Farbtemperatur veränderte, wozu ich dank des SkyPanels in der Lage war. Die Szene beginnt mit einem ruhigen Gespräch zwischen Donatella und Beatrice, unseren beiden Hauptfiguren, dafür haben wir schönes, warmes Licht verwendet. Dann schlägt Donatellas Stimmung um, als sie schlechte Neuigkeiten erfährt. Also wird die Farbtemperatur kälter und kälter, bis sie in ihrer Verzweiflung den Kopf gegen eine Werbetafel schlägt. Anfänglich lag die Farbtemperatur bei 3.200 K, am Ende bei 5.600 K. Wir haben das Licht des SkyPanels und der untergehenden Sonne gemischt, und so verändert sich das Licht auf eine sehr natürliche Weise. Man nimmt gar nicht wahr, was wir mit dem Scheinwerfer gemacht haben.

Wir haben das Licht des SkyPanels und der untergehenden Sonne gemischt, und so verändert sich das Licht auf eine sehr natürliche Weise. Man nimmt gar nicht wahr, was wir mit dem Scheinwerfer gemacht haben.

Die ALEXA Kamera ist vollkommen ausgewogen und sehr ergonomisch, sie ist also perfekt für Drehs aus der Hand geeignet. Als wir drehten, war die Aufnahme in ARRIRAW bei der ALEXA Mini noch nicht möglich – sie wäre vielleicht für diese Art von Dreh noch besser geeignet gewesen. Aber auch mit der ALEXA war unser Operator in der Lage, unseren Darstellerinnen mit der Handkamera zu folgen, zum Beispiel in einer Szene, in der die Mädchen zum Bus laufen. Die ALEXA war einfach perfekt und sehr komfortabel. Wir wollten den Schauspielern so nahe wie möglich kommen, und das hat natürlich auch unsere Entscheidungen für Brennweiten beeinflusst.

Ich drehe immer in Log C, niemals in Rec 709. Mit der ALEXA in Rec 709 zu drehen wäre wie einen Porsche sehr langsam zu fahren – man würde nur einen Bruchteil des Potenzials nutzen!

In Nachtszenen probiere ich gerne sehr hohe Empfindlichkeiten aus, wie 1.600 oder 2.500 ASA. Bei der ALEXA weiß ich, dass ich jede ASA wählen kann, ohne dass das negative Auswirkungen auf das Ergebnis hat. Wenn eine Szene gut eingestellt ist, wird kein digitales Korn zu sehen sein, selbst bei 2.500 ASA. Wenn man Korn bei einem meiner Filme sieht, die ich mit der ALEXA gedreht habe, dann ist das in der Postproduktion hinzugefügt worden, mit einem Scan des Korns von echtem Filmmaterial. Ich habe tatsächlich noch kein digitales Korn bei der ALEXA entdecken können!

Mit der ALEXA in Rec 709 zu drehen wäre wie einen Porsche sehr langsam zu fahren – man würde nur einen Bruchteil des Potenzials nutzen

Für meinen vorherigen Film BLACK SOULS wollte ich Film verwenden, aber die Produktionsfirma bat mich, es auch mit Digitalkameras zu versuchen. Wir haben also eine 35 mm Kamera mit der ALEXA verglichen, und nach den richtigen Anpassungen in der Postproduktion konnte ich nicht unterscheiden, welches Material mit der ALEXA gedreht wurde und welches auf Film! Wir haben schließlich mit der ALEXA gedreht und dank dieser Kamera konnten wir in sehr finsteren Gegenden Kalabriens drehen, der Region Italiens, in der der Film aufgenommen wurde. Für mich sind die ALEXA und ARRIRAW perfekt, da ich hinsichtlich Unterbelichtung sehr waghalsig sein kann.

Ich erinnere mich, wie wir eine sehr dunkle Szene in der Goldenen Stunde drehten und ich mein Auge nicht vom Sucher nehmen konnte, da sich die Lichtbedingungen schnell veränderten und wir die Szene dauernd wiederholten. Plötzlich fragte mich der Regisseur: „Vladan, bist Du sicher, dass wir weiter drehen können?” Ich antwortete: „Wieso fragst Du?” Dann nahm ich mein Auge vom Sucher und stellte fest: Es war so finster, dass man gar nichts sehen konnte - doch die ALEXA hat die Szene gesehen, und ich konnte sie im Sucher ebenfalls sehen.