THE REVENANT gedreht mit ALEXA XT und ALEXA 65

THE REVENANT gedreht mit ALEXA XT und ALEXA 65

Der mit vielen Preisen ausgezeichnete Film THE REVENANT von Regisseur Alejandro Iñárritu erzählt von einer Reise in die unerforschte Wildnis Amerikas im frühen 19. Jahrhundert, basierend auf wahren Ereignissen. Nachdem er von einem Grizzly angegriffen und schwer verletzt wurde, wird der Pelzjäger Hugh Glass (Leonardo DiCaprio) von den Mitgliedern seiner Jagdgruppe zurückgelassen – in der Erwartung, dass er bald sterben werde. Glass kämpft verzweifelt ums Überleben und erträgt unvorstellbare Strapazen, angetrieben nur von einem Ziel: die zu finden, die ihn aufgegeben haben. Kameramann Emmanuel ‚Chivo’ Lubezki (ASC, AMC) drehte mit den Kameras ALEXA XT und ALEXA M sowie Master Prime Objektiven, und insbesondere mit der Großformat-Kamera ALEXA 65 und Prime 65 Objektiven – alle geliefert von ARRI Rental.

THE REVENANT: Eine nie gesehene Welt

Ein Blick hinter die Kulissen von Alejandro Iñárritus vielfach ausgezeichnetem Film THE REVENANT. Kameramann Emmanuel Lubezki (ASC, AMC) drehte mit den Kameras ALEXA XT und ALEXA M sowie mit Master Prime Objektiven, und insbesondere mit der Großformat-Kamera ALEXA 65 und Prime 65 Objektiven.

THE REVENANT wurde monatelang in abgelegenen Gegenden Kanadas und Argentiniens gedreht. Der Film fängt die beeindruckende Schönheit der weiten Landschaften ebenso ein wie die emotionale Intensität und die erschreckende Gewalt der Geschichte. Die Filmcrew kämpfte mit extrem strapaziösen Bedingungen: mit eisigen Temperaturen, Schnee und vereisten Flüssen sowie mit der Dunkelheit und den kurzen Tagen des Winters im Norden Kanadas.

Ursprünglich wollten Iñárritu und Lubezki auf Film drehen, doch nachdem sie vor Ort Testaufnahmen mit Schauspielern gemacht hatten, entschieden sie sich, darauf zu verzichten und ausschließlich Digitalkameras zu verwenden. „Zu unserer Überraschung ... waren wir mit den Digitalkameras zufriedener“, sagte Lubezki Indiewire. „Sie ermöglichten uns, mit sehr wenig Licht zu drehen und den Film immersiver zu machen, was unser wichtigstes Ziel war. Wir schickten also während der Vorbereitungen das ganze Filmmaterial zurück. Das alles sagt sich so einfach, aber für einen Filmschaffenden mittleren Alters, der über viele Jahrzehnte Film verwendet hat, war es ein Schock, sich nun plötzlich sagen zu hören: ‚Wissen Sie was? Digital ist besser für unseren Film.”

Mit ALEXA XT und ALEXA M als Hauptkameras war Lubezki in der Lage, bei sehr schwachem Licht zu drehen und das immersive, tief bewegende Erlebnis zu schaffen, das sich Iñárritu vorstellte. „Wir verwendeten sehr weitwinklige Objektive, mit ihnen konnten wir den vollen Kontext und die gesamte Umgebung zeigen,  gleichzeitig aber auch Emotionen vermitteln und nahe bei den Schauspielern bleiben. So war die Beziehung zwischen Umwelt und Darstellern immer gegenwärtig”, erläuterte der  Kameramann in einem Interview mit ScreenDaily. Mit der ALEXA M als Handkamera lief Lubezki häufig neben den Schauspielern, reagierte auf ihre Bewegungen und vermittelte so ein gesteigertes Gefühl für ihre Präsenz in der Landschaft.

Diese Kamera [ALEXA 65] nimmt einen wirklich mit an diesen Ort des Films. Es war das erste Mal, dass ich mit einer Kamera gearbeitet habe, die in Bilder übersetzt hat, was ich am Set empfunden habe – in wirklich wunderschöne Bilder.

Wesentliche Teile des Films wurden mit dem Großformat-System ALEXA 65 von ARRI Rental aufgenommen, das brandneu war und gerade rechtzeitig für die Produktion fertig wurde. „Wir hatten das Glück, dass ARRI die neue ALEXA 65 herausbrachte,“ sagte Lubezki zu Deadline. „Das Großartige an ihr ist, dass sie eine viel höhere Auflösung hat als jede andere Digitalkamera. Sie hat wirklich das, was ich dort empfand, für die Leinwand eingefangen, und das war großartig. Die Digitalkameras ermöglichen uns, in sehr dunklen Umgebungen Bilder zu machen, aber auch, alles realistischer aussehen zu lassen –  ohne Korn oder was auch immer zwischen den Zuschauern und dem Protagonisten stehen könnte. Es ist wie ein Fenster in diese andere Welt, und genau das ist es, was ich an Digitalkameras mag. Die Kamera hatte keinerlei Probleme mit der Kälte, denn Digitalkameras werden warm, sie mögen also die Kälte. Aber der Monitor und auch die Kabel froren einige Male ein. Und die Batterien hielten im Vergleich zu anderen Orten nur sehr kurz durch. Aber mit der Ausrüstung hatten wir keine großen Probleme. Wir hatten die beste Crew der Welt, und die sorgte dafür, dass das Equipment immer funktionierte.“

Im Gespräch mit ScreenDaily sagte Lubezki dazu: Viele Kameraleute sprechen über Filmkorn als Oberflächenstruktur. Ich habe das immer als Nachteil von Film empfunden, weil es eine Schicht zwischen Dir und dem Subjekt ist. Bei dieser Digitalkamera gibt es kein Rauschen oder Korn. Es ist, als ob man durch ein sauberes Fenster schaut statt durch ein schmutziges. Diese Kamera [ALEXA 65] nimmt einen wirklich mit an diesen Ort. Es war das erste Mal, dass ich mit einer Kamera gearbeitet habe, die in Bilder übersetzt hat, was ich am Set empfunden habe – in wirklich wunderschöne Bilder.

THE REVENANT: Ein Feature über den Kameramann

Eine kurze Würdigung des Beitrags von Kameramann Emmanuel Lubezki (ASC, AMC ) zu THE REVENANT. Er hat Bilder geschaffen, die den Zuschauer völlig in die Welt des Films ziehen. Aufgenommen hat er sie mit den Kameras ALEXA XT, ALEXA M und ALEXA 65 sowie mit Objektiven von ARRI.

Die ALEXA 65 war so neu, dass das Fehlen von offiziellen Tests dazu führte, dass die Versicherung mögliche Probleme mit dem System am Set nicht abdecken würde. Als sie mit diesem Dilemma konfrontiert wurden, mussten die Filmemacher die Vorteile gegen die möglichen Risiken abwägen. Was sie beruhigte, war die Reputation der Firma ARRI für robustes, zuverlässiges Equipment, das hohe Niveau von Service und Support von ARRI Rental sowie die atemberaubende Bildqualität der ALEXA 65. Oder wie Lubezki zu ScreenDaily sagte: „Wir saßen mit dem Studio zusammen, schauten uns die Muster an und jeder sagte … ‚Wir müssen es machen. Wir müssen mit dieser Kamera drehen, weil das hier noch immersiver ist als alles zuvor.’“

Ein ausführlicher Artikel in der Januar-Ausgabe 2016 von American Cinematographer berichtet davon wie … in einer außergewöhnlichen Sequenz, während einer Schlüsselszene zwischen Glass (Leonardo DiCaprio) und seinem Widersacher Fitzgerald (Tom Hardy), im Bildhintergrund eine Lawine abgeht. Das wurde nicht mit CGI, Miniaturen oder anderer Filmmagie erreicht. In Kooperation mit kanadischen Behörden ließ ein Hubschrauber auf ein Zeichen hin eine explosive Ladung in den Schnee fallen. „Wir hatten die ALEXA 65 mit dem 24mm-Objektiv auf einem kleinen Kran platziert, um Leo in Nahaufnahme und zugleich im Hintergrund die Landschaft im Bild zu haben“, sagte Lubezki AC. „Wir wussten, dass wir nur eine Chance hatten, und die wollten wir nicht verderben. Die Digitalkamera erlaubte uns mit 1.200 ASA mit mehr Schärfentiefe zu drehen, so dass sowohl Leo als auch der Berg scharf blieben. Die Details im Hintergrund sind exquisit. Das hätten wir mit einer Filmkamera nie erreichen können.“