ALEXA XT und der indische Kinoerfolg BAJIRAO

ALEXA XT und der indische Kinoerfolg BAJIRAO

„Jedes Bild gleicht einem großartigen Gemälde“, schrieb The Times of India über BAJIRAO MASTANI. Der Film von Regisseur Sanjay Leela Bhansali kam kurz vor Weihnachten 2015 in die Kinos Indiens und wurde dort zu einem der größten Kassenerfolge aller Zeiten. Der vielfach ausgezeichnete Kameramann Sudeep Chatterjee wählte die ALEXA XT für die Produktion – für ihn war das die einzige Option, um diese epische, historische Liebesgeschichte zu drehen. Im Interview spricht Chatterjee über den Look, die Herausforderungen und das „Heureka“-Erlebnis, als ihm klar wurde, dass der Himmel die Grenze ist – buchstäblich.

Trailer for BAJIRAO MASTANI, captured with ALEXA

Indian cinematographer Sudeep Chatterjee worked with ALEXA XT and Master Primes on director Sanjay Leela Bhansali's hit film, BAJIRAO MASTANI.

Der Regisseur durchlebte zwölf Jahre einer „Vorbereitungshölle“, bevor er BAJIRAO MASTANI endlich machen konnte. Welcher Look schwebte ihm vor?

Es gab keinen spezifischen Look, als wir mit den Vorbereitungen begannen. Der entwickelte sich erst nach und nach. Sanjay liebt es, in dieser frühen Phase zu reisen, gemeinsam Zeit zu verbringen und Gespräche zu führen. Wir verließen also die Stadt und sahen uns um. Wir besuchten zuerst alte Städte in Maharashtra und sammelten Informationen über die traditionellen Wohnhäuser –  die sogenannten Wadas von Maharashtra –, indem wir die Architektur anschauten und Museen besuchten.

Während dieser Erkundungsreisen sprachen wir über den Film. Auf diese Weise stellten wir fest, in welche Richtung wir beide uns bewegten. Mir wurde klar, dass Sanjay etwas visuell einfacheres vorschwebte. Er wollte es nicht übermäßig farbenprächtig haben, vielschichtig oder kompliziert. Er wollte im Look des Films auch eine bestimmte spirituelle Überleitung haben. Gegen Ende des Films wird alles einfacher und weniger opulent.

Zu dieser speziellen Epoche ist in Quellen nur wenig überliefert. Es gibt etwas Folklore, und eine Menge entnahmen wir dem Roman RAAU, auf dem der Film basiert, aber der liefert nicht viele visuelle Beschreibungen. Der Look entstand also aus unseren individuellen Eindrücken, jeglichem Forschungsmaterial, das wir in die Hände bekommen konnten, und der Art, wie wir die Geschichte erzählen wollten.

Zurzeit gibt es meiner Ansicht nach keine Alternative zur ALEXA.

Warum haben Sie sich für die ALEXA entschieden? Und wie gefällt Ihnen die Arbeit mit der Kamera?

Zurzeit gibt es meiner Ansicht nach keine Alternative zur ALEXA. Ich nehme mit ihr ziemlich genauso auf, wie ich das auf Film gemacht habe, mit meinem Belichtungsmesser. Früher kannte ich das Filmmaterial. Ich wusste ganz genau, wie mein Aufhelllicht rüberkommen wird, wenn ich mit drei Blenden unterbelichte. Oder wie die Überbelichtung aussehen wird, wenn ich mit sieben Blenden überbelichte. ARRIRAW verstehe ich inzwischen auf die gleiche Weise. Das war mein vierter Film mit der ALEXA, ich weiß, wie sie sich verhält.

Was halten Sie von der XT-Baureihe der ALEXA Kameras?


Bei den Aufnahmen zu DHOOM verwendeten wir einen externen Codex-Rekorder, um in ARRIRAW aufzuzeichnen. Bei der XT ist das jetzt eingebaut, was sehr komfortabel ist. Außerdem habe ich beim Grading mit Blick auf die XT den Eindruck, dass es einen Fortschritt gegeben hat, seit ich DHOOM gedreht habe. Das Bild scheint etwas schärfer zu sein und hat eine dreidimensionale Anmutung.

Welche anspruchsvollen Szenen und Drehorte gab es bei diesem Film?

Die Kriegsszenen waren anspruchsvoll. Die Marathas griffen gewöhnlich bei Nacht an, und weite, offene Landschaften auszuleuchten, ist ziemlich schwierig, wenn man tatsächlich in der Nacht dreht. Wir entschieden uns für die Option „Amerikanische Nacht“ und versuchten, es nach Dämmerung aussehen zu lassen. Wir wollten auch keine finstere Nacht abbilden, damit die Bilder erkennbar bleiben. Sanjay bestand darauf, dass die Inhalte der Schlachtenszenen sehr deutlich sein müssen. Allerdings hat es seine speziellen Tücken, tagsüber Aufnahmen in der Wüste von Rajastan zu machen.

Vieles von dem, was vom Fenster aus zu sehen ist, ist Greenscreen. Tatsächlich verwendeten wir anstelle von Greenscreens oftmals weiße Screens. Das Lied „Mohe Rang Do Laal“ wurde im Studio gedreht. Wenn mein gesamter Set von Greenscreens umstellt gewesen wäre, woher hätte dann mein Licht kommen sollen? Wir haben überall Himmel, das Licht kommt also aus allen Richtungen, nicht nur von oben. Mit weißen Leinwänden konnte ich es reflektieren lassen und Licht aus einer Richtung bekommen. Bei allen Schlachtenszenen im Studio war der Hintergrund weiß. Ich dachte mir, wenn ich auf digitalem Weg den verbrannten Himmel austauschen kann, den wir in der Wüste bei den „Amerikanische Nacht“-Aufnahmen gefilmt hatten, warum dann nicht auch im Studio? So habe ich für alles weiße Leinwände verwendet, und es machte Sinn.

Warum haben Sie Master Primes verwendet?


Ich habe Master Primes für die Passagen in DHOOM eingesetzt, die in Chicago spielen. Ich mag die Schärfe dieser Objektive, die Art, wie sie die Schatten auflösen. Einige andere Objektive finde ich etwas zu kontrastreich. Ein etwas offenerer Kontrast ist mir lieber. Das hilft mir, beim Grading besser zu sein. Ich habe gern Details in den Schatten und die Master Primes liefern mir das zusammen mit der ALEXA auf wunderbare Weise. Darum habe ich sie bei BAJIRAO wieder verwendet.