AMIRA Multicam bei großer Live-Show in China

AMIRA Multicam bei großer Live-Show in China

Die vierte Staffel der beliebten chinesischen TV-Talentshow I AM A SINGER, die von Hunan Television produziert wird, endete vor kurzem mit einem großen Finale, zu dem zahlreiche internationale Gastsänger gekommen waren. Die Gewinner der früheren Staffeln traten auf, ebenso 25 der beliebtesten chinesischen Popstars. Das Produktionsteam setzte bei der vierten Staffel und auch bei der großen Finalshow 23 AMIRAs ein. Dabei nutzten sie den Multicam-Modus, der mit dem SUP 3.0 eingeführt wurde und mit SUP 4.0 erweitert wurde, und zeichneten in ProRes 422 Log C auf. Mehrere Mitglieder des Technikteams hinter I AM A SINGER berichten von ihren Erfahrungen.

Warum haben Sie bei Staffel 3 begonnen, mit der AMIRA zu drehen?


Lihong Zhou (Technical Director, Head of Production Control Center):
Vor allem wegen ihres Kinolooks. Wir waren überzeugt von dem großen Sensor der AMIRA, ihrer hohen Auflösung und natürlich von ihrem großen Dynamikumfang. Und wir hofften, dass wir mit den Stärken der AMIRA einige Dinge auf aufregende Art verändern könnten. Wir haben während der zwei Staffeln mit der Kamera viel wertvolle Erfahrung gesammelt, damit haben wir Hunan Television vorangebracht.

Liang He (Equipment Manager, Preproduction Equipment Section Chief): Wir haben die AMIRA vor allem gekauft, um I AM A SINGER zu drehen, aber für unseren Fernsehsender ist sie auch darüber hinaus von Bedeutung. Wir hätten die Kamera nur für eine Show bei einem Rental-Unternehmen mieten können, aber wichtiger erschien uns, dass Hunan Television von der höherwertigen Technologie profitieren könne. Anfangs gab es bei uns unterschiedliche Meinungen, ob wir so viel Geld in neue Kameras investieren sollten. Aber der Erfolg von Staffel drei wurde von Branchenkollegen registriert, die von einer hohen Bildqualität und großem Dynamikspielraum bei TV-Produktionen überzeugt sind. Nachdem wir ein Jahr lang die AMIRA verwendet haben, ist klar: Das ist ein Trend im Fernsehen. Wir müssen mutig sein und den technischen Fortschritt nutzen!

Wir konnten die AMIRA nahtlos in unser Sokong EFP System integrieren. Das ermöglichte uns, die Blende zu kontrollieren … Die AMIRA hat sich bestens in unseren üblichen Live-Workflow eingefügt.

Man muss auch erwähnen, dass die AMIRA regelmäßig upgegraded wird, sie wird kontinuierlich für unterschiedliche Produktionsumfelder angepasst. 2014 gab es AMIRA SUP 1.0 und 1.1, im vergangenen Jahr 2.0 und 3.0, und nun ist 2016 das SUP 4.0 erschienen. Für das Finale der vierten Staffel von I AM A SINGER war die AMIRA perfekt zugeschnitten, um eine Reality Shows aufzunehmen. Es ist eine derart vielseitige Kamera. Wir können sie für Reality Shows nutzen, für Promovideos oder als Studiokamera. Sie hat sich also als sehr kosteneffizient erwiesen.

Shichuan Huang (Reality Show Section Camera Director):
Bei einer derart großen Investition mussten wir eine strikte Evaluation durchlaufen, wir haben also die Kameras auf dem Markt sehr sorgfältig geprüft. Nach dem Bildvergleich und dem Color Grading hatten wir das Gefühl, dass die ARRI Bilder die beste Gesamtqualität haben und ein Kino-Feeling vermitteln. Unsere Operators haben die Arbeit mit der AMIRA genossen. Sie ist etwas schwerer, aber in jeder anderen Hinsicht fühlte sie sich an wie die traditionellen Fernsehkameras – aber natürlich war die Bildqualität viel besser.

Wie effizient war der Workflow?

Lihong Zhou:
Als wir die dritte Staffel produzierten, war die AMIRA neu. Wir haben in Log C gedreht und das Color Grading in der Postproduktion gemacht. Insgesamt verlief das erfolgreich, doch bei der Integration in unser System gab es ein paar Mängel. Mit der Unterstützung von ARRI konnte die Ausrüstung für Staffel vier verbessert werden, besonders hinsichtlich Farbkalibrierung, Kameraeinstellungen und Shot Matching. Das erscheint trivial, aber bei Live-Übertragungen spielt das eine große Rolle. Indem wir einige technische Probleme gelöst haben, konnten wir einen flexiblen, verlässlichen Workflow schaffen.

Li Jiang (Visual Designer):
Bei Staffel drei ging es mit der AMIRA nur um eine einfache HD Signalübermittlung, aber dieses Jahr konnten wir die AMIRA nahtlos in unser Sokong EFP System integrieren. Das ermöglichte uns, die Blende auf Objektiven zu kontrollieren, die von Cinema Zoom Objektiven bis zu weitwinkligen HD Broadcast-Objektiven und Box-Objektiven reichten. Die AMIRA hat sich bestens in unseren üblichen Live-Workflow eingefügt. Bis jetzt sind wir mit der AMIRA sehr zufrieden.

Chao Zhang (Video Engineer):
Die Kameras schicken Signale an die Sokong CCU für Anpassungen hinsichtlich Blende, Farbtemperatur, Gamma und Look, und danach werden die Signale zurück an den Regisseur geschickt zwecks Live-Schalten und Live-Übertragung. Im vergangenen Jahr haben wir diese Anpassungen den Kameraleuten anvertraut, aber dieses Jahr schafften wir es, Blende und Belichtung mit unserem engagierten Technikteam zu steuern. Das hat den Kameraleuten mehr Freiheit gegeben und den Workflow außerordentlich vereinfacht. Cine Style-Kameras für Live-Fernsehen zu verwenden war eine große Innovation und beispielgebend für die Branche. Ich denke, es hat unsere Anstrengungen gerechtfertigt und wird sehr erfolgreich sein.

Wie unterscheidet sich die AMIRA beim Dreh von traditionellen Broadcast Kameras?

Shichuan Huang:
Der Unterschied sticht ins Auge: Die AMIRA hat eine viel höhere Empfindlichkeit und die Gesamtqualität des Bildes ist besser. Deshalb war nicht viel Beleuchtung nötig. Mit der größeren Toleranz bei der Belichtung können wir Bilder problemlos in der Postproduktion ausbalancieren, und so können wir den Fokus mehr auf die Kreativität legen. 

Es gibt regelmäßige Updates für die AMIRA, sie wird kontinuierlich für verschiedene Produktionsumgebungen angepasst.

Jiabei Peng (Camera Operator): Die Farbwiedergabe der AMIRA ist sehr schön und ihre Empfindlichkeit sehr hoch. Die Beleuchtung war recht schwach, als wir geprobt haben. Wir haben mit ISO 3.200 gearbeitet, aber es sah hervorragend aus. Für eine Fernsehsendung war das in Sachen Bildqualität ein gewaltiger Schritt nach vorne – dank der AMIRA. In der Postproduktion war das Material sehr formbar und bot mehr Spielraum für Bearbeitung als andere Kameras. Und der neue EVF mit der Zoom-In-Funktion machte manuelles Fokussieren zum Kinderspiel.

Linxuan Zhou (Studio 400 Crane Operator):
Das Canon 17-120 mm Objektiv mit der AMIRA hat ein anderes Bildfeld als traditionelle Broadcast Kameras. Ich habe bisher meistens Broadcast Objektive mit einem B4 Adapter verwendet. Die Tiefenschärfe war geringer, also musste ich mich zusätzlich bemühen beim Fokussieren. Die Bilder der AMIRA im Rec 709 Modus sahen lebendiger aus, mit besseren Details in den Spitzlichtern und den Schatten. Das Menüsystem der Kamera ist das intuitivste, das ich je benutzt habe. Wenn wir jemanden mit der Kamera verfolgt haben und dafür rückwärts laufen mussten, sind wir manchmal gegen Wände gerannt – doch die AMIRA ist so solide gebaut, dass das nie ein Problem war.

Wie und wann haben Sie 23 AMIRAs verwendet?

Shichuan Huang:
Die Setups variierten. Bei Live-Übertragungen folgten wir mit sieben AMIRAs den Sängern und mit sieben weiteren ihren Agenten. Außerdem hatten wir zwei Interviewräume, in denen eine AMIRA auf einem Dolly stand und eine weitere auf einer festen Position. Die Juroren wurden mit einer AMIRA gefilmt, und die anderen AMIRAs wurden in Studio 400 eingesetzt, im Publikumsbereich oder für Zwischenschnitte.