A BITE OF CHINA – Leckerbissen mit der AMIRA

A BITE OF CHINA – Leckerbissen mit der AMIRA

Rechtzeitig zum chinesischen Neujahrsfest im Februar 2016 kam der Dokumentarfilm A BITE OF CHINA: CELEBRATING THE CHINESE NEW YEAR in die chinesischen Kinos. Er wurde vom selben Team produziert wie die beliebte Fernsehserie A BITE OF CHINA. Die Crew reiste durchs ganze Land und produzierte an 24 Drehorten über 10.000 Minuten Bildmaterial, um 43 regionale Gerichte vorzustellen. Das Produktionsteam verwendete die AMIRA als Hauptkamera, und konnte mit Makro- und Highspeed-Aufnahmen die Schönheit traditioneller chinesischer Köstlichkeiten zur Geltung bringen. Regisseur Lei Chen und Kameramann Liwei Zhao haben sich mit ARRI über ihre Erfahrungen bei den Dreharbeiten unterhalten.

Wie kam es zu diesem Projekt?

Chen:
Als die zweite Staffel von A BITE OF CHINA ausgestrahlt wurde, fragten Kinoketten, ob wir einige Episoden zu einem Kinospielfilm umschneiden könnten. Wir glaubten aber, dass ein Produkt, das fürs Fernsehen produziert wurde, auf der großen Leinwand nicht funktionieren würde. Wir lieben und respektieren die Kunst des Filmemachens, also entschlossen wir uns, für einen Kinofilm ganz von vorn anzufangen.

Nachdem diese Entscheidung gefallen war, überlegte das Team, welches besondere Thema sich eignen würde. Schließlich einigten wir uns darauf, einen Film über die Gerichte zu drehen, die bei den Feierlichkeiten zum chinesischen Neujahrsfest serviert werden. Die Vorbereitungen für den Dreh begannen fünf Monate vor dem Neujahrsfest 2015, womit wir einen straffen Zeitplan hatten. Wir haben zwei Monate lang im ganzen Land nach Geschichten gesucht, und dann haben zwei Teams von Januar bis März 2015 an 24 Orten gedreht. Auch wenn wir im Herbst einige Pick-Ups gemacht haben, so wurden doch alle Szenen, die mit dem chinesischen Neujahrsfest zu tun haben, während der Feierlichkeiten aufgenommen.

War die visuelle Herangehensweise eine andere als bei der Fernsehsendung?

Zhao: Ich war als Kameramann an zwei Episoden der zweiten Staffel beteiligt, aber mir war klar, dass wir für die Kinoversion einen anderen Ansatz brauchten. Bei der Fernsehsendung haben wir meistens nähere Einstellungen gedreht, weil das auf dem kleinen Bildschirm besser wirkt. Das Kinopublikum wäre von so vielen Nahaufnahmen aber weniger begeistert gewesen. Die größere Leinwand bietet mehr Raum für Details, deshalb wählten wir für den Film oftmals größere Bildausschnitte. Außerdem verlangsamten wir die Kamerabewegungen.

Mit der AMIRA konnten wir mit 200 fps bei voller Sensorauflösung drehen, ohne jegliche Qualitätseinbußen – das war genau, was wir brauchten.

Für die Fernsehserie beschränkten wir die Ausleuchtung auf ein Minimum, doch beim Film investierten wir mehr Zeit dafür und verwendeten professionelle Scheinwerfer wie ARRI M18. Wenn wir Personen filmten, verfolgten wir weiterhin den Ansatz, im Dokumentarstil mit minimaler Ausleuchtung zu arbeiten, gewöhnlich arbeiteten wir mit der Handkamera von der Schulter aus. Aber für die Ausleuchtung der Food-Aufnahmen verwendeten wir eine Soft Box, wann immer es möglich war. Manchmal behalfen wir uns mit Diffusor-Papier oder einem Magic Arm. Wir wollten die vielen Details und die Anmutung der Gerichte auf der großen Leinwand wiedergeben. Und natürlich hängt die Bildqualität von der Verwendung geeigneten, professionellen Equipments ab.Wieso fiel die Wahl der Hauptkamera auf die AMIRA? Chen: Schon in der Pre-Production war uns klar, dass die Wahl der richtigen Ausrüstung entscheidend sein würde. Aufnahmen fürs Kino erfordern eine Kamera von hoher Qualität, und natürlich waren da ARRI Kameras unsere erste Wahl. Viele Kameraleute in unserem Team arbeiten auch im Bereich Werbung und Spielfilm. Sie sprachen in höchsten Tönen von ARRI Kameras, und zwar mit Blick auf ihre Bildqualität, Farbwiedergabe und Zuverlässigkeit. Schließlich entschieden wir uns für die AMIRA, weil sie in erster Linie für Dokumentaraufnahmen entwickelt wurde.Wir filmten Ereignisse wie Familientreffen, deshalb mussten wir mobil und ständig einsatzbereit sein. Die AMIRA eignete sich dafür perfekt, denn ihre Bildqualität ist mit der ALEXA ebenbürtig, sie ist aber kompakter und portabler, was bei hektischen Aufnahmen an schwierigen Drehorten von großem Vorteil ist. Und die geringeren Kosten spielten auch eine Rolle, als wir uns für die AMIRA entschieden.

Welche Objektive haben Sie verwendet?

Zhao:
Bei der Fernsehsendung verwendeten wir hauptsächlich Zooms, die für die Standbildfotografie entwickelt wurden, um flexibel und ökonomisch zu bleiben. Beim Kinofilm hatte die Bildqualität Vorrang, darum entschieden wir uns für einen Satz ARRI/ZEISS Ultra Primes, komplettiert durch ein ARRI/ZEISS 100mm Makro-Objektiv, und die ARRI/FUJINON Alura 45-250 T2.6 mit 1- bis 3-fach- Telekonvertern für Makro-Aufnahmen.

Primes liefern die beste Bildqualität, und ihre große Blende ist perfekt bei schwachen Lichtverhältnissen. Der Nachteil ist: Wenn man spontan eine Situation einfangen möchte, hat man keine Zeit, um das Objektiv zu wechseln. Wenn wir Szenen aus dem täglichen Leben unserer Protagonisten aufnahmen, mussten wir die Kamera bewegen, um die Bildeinstellung anzupassen. Hier kam die Kompaktheit der AMIRA besonders zur Geltung.

Wie hat sich die AMIRA geschlagen?

Chen:
Für mich als Regisseur ist die Bildqualität besonders wichtig. Am meisten beeindruckt mich an ARRI Kameras ihre exzellente Farbwiedergabe. Die AMIRA brachte die Beschaffenheit und die Farben der Gerichte in unserem Film hervorragend zur Geltung. Im Vergleich zur Fernsehserie hat der Kinofilm einen natürlicheren Look und strahlt Wärme aus – dank der AMIRA. Das war genau, was wir uns für den Film vorgestellt hatten: eine warme und einladende Stimmung. Darüber hinaus beeindruckten mich der Dynamikumfang und die hohe Empfindlichkeit. Eine Reihe von spontanen Situationen im Film konnten aufgrund des Zeitdrucks nicht korrekt ausgeleuchtet werden, die Ergebnisse waren dennoch überraschend gut. Die AMIRA schaffte es, trotz schwacher Lichtverhältnisse reichlich Details einzufangen. Das hat uns enorm geholfen.

Zhao: In Guilin, Provinz Guangxi, filmten wir ein Mädchen, das Süßwasserschnecken neben einer Quelle zubereitete. Die Sonne beleuchtete die Szene von hinten, ein riesiger Baum warf seinen Schatten auf das Mädchen, und das Wasser reflektierte das Sonnenlicht, was zu einem hohen Kontrast zwischen Subjekt und Hintergrund führte. Um die beste Bildqualität im Kino zu garantieren, waren wir sehr vorsichtig hinsichtlich der Belichtungszeit, und der Regisseur hatte Bedenken wegen der Schattendetails. Doch letztendlich hatte das gedrehte Material einen exzellenten Tonwertumfang. Die Kamera erwies sich als so gut, dass wir uns für den Rest des Drehs keine Sorgen mehr machten.

Der Kinofilm hat im Vergleich zur Fernsehserie einen natürlicheren Look, und er strahlt Wärme aus – dank der AMIRA.

Manchmal mussten wir unter sehr ungünstigen Bedingungen drehen, etwa bei Temperaturen von minus 10 oder sogar minus 20 Grad Celsius, oder auch bei extremer Feuchtigkeit. Die AMIRA funktionierte aber immer bestens, sie war außerordentlich zuverlässig.

Welche Art von Highspeed-Aufnahmen haben Sie gemacht?


Zhao:
Die Highspeed-Fähigkeiten der AMIRA erwiesen sich als sehr hilfreich. Beim Kochen geht vieles sehr schnell. Um die Details einzufangen, mussten wir Zeitlupe verwenden. Bilder von Zutaten, die in Wasser oder Töpfe fallen, sehen in Zeitlupe viel besser aus. Mit der AMIRA konnten wir mit 200 fps bei voller Sensorauflösung drehen, ohne jegliche Qualitätseinbußen – das war genau, was wir brauchten.

Wird es eine 4K-Version des Films geben?


Chen:
Im Moment zeigen chinesische Kinos vorwiegend Filme in 2K. Darum haben wir zu Beginn der Dreharbeiten in 2K aufgezeichnet. Später haben wir erfahren, dass die AMIRA mit einem Upgrade auch in der Lage ist, in 4K aufzunehmen. Aber mit Rücksicht auf den Speicherbedarf entschieden wir uns letztlich für eine Aufzeichnung in 3.2K. Das DCP für die Kinodistribution blieb bei 2K, aber für die Blu-ray und für die internationale Veröffentlichung könnten wir auch ein Master mit höherer Auflösung verwenden.