Arbeiten mit ARRIRAW

Vorbereitungen für die Farbkorrektur

Das Kameramaterial sollte so lange wie möglich im ARRIRAW Format beibehalten werden. Dies sorgt für maximale Flexibilität und hält die Speicheranforderungen niedrig. Sobald die Arbeitskopien für die Dailies, den Schnitt und die visuellen Effekte erstellt sind, können die originalen .ari-Dateien auf LTO-Tapes archiviert und an die Postproduktion geschickt werden. Nach einer letzten Kontrolle, ob die Daten auf den LTO-Tapes fehlerfrei sind und das temporäre Backup gelöscht werden kann, werden die Bänder eingelagert.

Wenn das Material im nächsten Schritt für das Mastering zusammengestellt wird, müssen nur die im Schnitt verwendeten Aufnahmen aus dem LTO-Archiv wiederhergestellt werden. Dies ist in der Regel auch der Zeitpunkt, an dem die ARRIRAW Daten in unkomprimierte RGB-Bilder umgewandelt werden. So muss sich bei der Master-Erstellung niemand um De-Bayering-Einstellungen kümmern.

Gammakorrektur

Um das Beste aus dem ALEXA Material herauszuholen, empfehlen wir, das ARRIRAW Material mit der ALEXA-spezifischen breiten Farbraumpalette in Log C zu codieren.

  • Bei Log C handelt es sich um eine sogenannte „szenebasierte Codierung“. Je höher der Belichtungsspielraum, der in Blendenstufen gemessen wird, desto höher steigt der Signalpegel um eine festgelegte Größe. Die Weiterverarbeitung der ARRIRAW Daten in Bilder mit Log-C-Codierung und der ALEXA-spezifischen breiten Farbraum zeigt den vollen Belichtungsspielraum der Kamera in einem fast uneingeschränkten Farbraum.
    Unbearbeitet sehen Log C Bilder flach und die Farben ungesättigt aus. Um Log C Material auf einem HD-Monitor (REC 709) oder in einer digitalen Projektion (P3) korrekt darzustellen, ist eine Tonwertkorrektur sowie eine Zielfarbraumtransformation notwendig. Diese Bildkonvertierung kann mithilfe einer 3D Lookup Tabelle (LUT), durchgeführt werden, die mit dem ARRI LUT Generator erstellt werden kann.

  • REC 709 ist eine anzeigebasierte Codierung mit RGB-Primärfarbwerten, die in der ITU-Empfehlung BT.709 festgelegt wurde, und kann ohne Konvertierung direkt an Standard-HDTV-Anzeigegeräten angezeigt werden. REC 709 bietet allerdings einen eher eingeschränkten Grading-Spielraum und richtet sich mehr nach dem Kontrastumfang. Die Gammakurve enthält weniger Spitzlichtdaten und ist viel flacher als die Log C-Kurve. REC 709 wird daher als Codierung für das Master-Quellmaterial im Rahmen einer ARRIRAW Produktion nicht empfohlen.
  • Auch DCI-P3 ist eine anzeigebasierte Codierung. Sie wird hauptsächlich für digitale Kinoprojektoren und die immer zahlreicher werdenden LCD-Displays verwendet. DCI P3 hat eine ähnliche Dynamikkompression wie ALEXA REC 709, jedoch einen größeren Farbraum, der sich dem von Farbkopierfilmen annähern soll.