Arbeiten mit ARRIRAW

Das digitale Labor

Das Rohmaterial der Kamera wird in der Regel für die Wiedergabe der Dailies sowie für den Schnitt und visuelle Effekte in andere Formate umgewandelt oder transkodiert.  Dies liegt daran, dass die Anzeige und Bearbeitung von ARRIRAW Daten in Echtzeit extrem prozessor- und speicherintensiv sind. Mit dem „Digital Lab“-Konzept – bestehend aus Daten-Wrangler und Telecine Colorist – wurde diese Lücke geschlossen, das Endmaterial kann jetzt auf effiziente und effektive Weise erzeugt werden.

Die folgenden Schritte erklären beispielhaft, wie ARRIRAW Material den Workflow des Digital Lab durchlaufen könnte:

 

  • Überprüfen der Speichermedien auf mögliche Probleme (Doppelungen bei Timecode oder Dateinamen).
  • Sammeln des Kameramaterials und der Audioaufnahmen; Erstellen von Sicherungskopien
  • Nutzung von Prüfsummenverifizierung für die kopierten Daten, um sicherzustellen, dass die Kopien mit dem Originalmaterial identisch sind.
  • Erstellen von Drehberichten anhand der Drehbuchnotizen (Szenen- und Take-Infos, verwendete Filter, Kommentare, etc.).
  • Synchronisieren von Ton- und Kameraaufnahmen.
  • Farbkorrektur des Dailies-Material oder Anwenden der im Bild gespeicherten CDL-Daten.
  • Erstellen von Material für Sichtung und Schnitt (beispielsweise ProRes422 für das Sichten vor Ort, H.264 für das iPad des Regisseurs und MXF DNxHD36 für den Schnitt).
  • Transfer des Filmmaterials an die Postproduktion, entweder als Original ARRIRAW oder aufbereitet, z.B. in DPX-Dateien.
  • Archivieren des ARRIRAW Filmmaterials aus dem Zwischenspeicher auf LTO-Band.
  • Löschen der Speichermedien und Vorbereitung zur erneuten Verwendung durch die Kamera-Crew.

 

Nachdem die Postproduktion das Kameramaterial überprüft und grünes Licht gegeben hat, kann der Zwischenspeicher geleert werden um Platz für neue Kameraaufnahmen zu schaffen.

Es kommt dabei auf die konkreten Produktionsabläufe an, denn sie geben vor, welche Programme verwendet werden, ob jede einzelne dieser Aufgaben durchgeführt werden soll, oder ob sogar zusätzliche Aufgaben (etwa 3D-Produktion) notwendig sind, und ob die Aufgaben beispielsweise vor Ort oder in der Postproduktion durchgeführt werden.

Sprich: Es gibt fast unendlich viele Möglichkeiten für den Ablauf eines Workflows.

Daher empfehlen wir, einen speziellen Workflow erst in der Praxis zu testen, bevor mit den echten Dreharbeiten begonnen wird. Dies bietet die Möglichkeit, alle Schwachstellen und möglichen Brüche auszumerzen, bevor es am Set heißt: „Und bitte“.