Die ALEXA in Südkorea

Die ALEXA in Südkorea

Der Kameramann Cheon-Seok Kim verändert das Erscheinungsbild des südkoreanischen Fernsehens. Üblicherweise konzentrieren sich die dortigen Fernsehserien auf Figuren und Handlung. Sie werden mit heller, flacher Belichtung und vielen Halbtotalen gedreht. Wegen der engen Zeitpläne wird in Rec 709 aufgenommen, und die Farbkorrektur in der Postproduktion ist bestenfalls rudimentär. Kim wollte mehr: Er wollte, dass das Bild Teil des Storytellings wird, und er wollte Spielfilm-Techniken nutzen, um eine bessere visuelle Qualität zu erreichen.

So hat er sich entschieden, die romantische Melodram-Serie THAT WINTER, THE WIND BLOWS mit ALEXA Plus Kameras und in ProRes Log C zu drehen. Er ist so zum Wegbereiter einer besseren Bildqualität in der südkoreanischen Fernsehproduktion geworden. Publikum und Kritiker sind begeistert: THAT WINTER, THE WIND BLOWS ist zur erfolgreichsten südkoreanischen Fernsehsendung geworden, hat viele Preise gewonnen und wurde von den Medien mit großer Aufmerksamkeit bedacht. Deren Berichte drehten sich nicht wie üblich nur um die Schauspieler, sondern auch um die Bilder.

Im Grunde genommen haben Kim und Regisseur Gyu Tae Kim die Arbeitsweise einer Kinoproduktion übernommen und so einen Kino-Look geschaffen. Kim setzte auf viele lange Brennweiten und extreme Nahaufnahmen. So konnte er die Gefühle der Schauspieler genau abbilden, jede einzelne Nuance davon aufzeichnen. Kim und sein Regisseur erzielten einen hochwertigen Kino-Look durch die doppelte Menge an Lichtequipment, durch Kino-artige Beleuchtung und die besondere Flexibilität, die in Log C gedrehtes Material in der Postproduktion bietet. „Es ist sowohl meine als auch Kims Überzeugung, dass eine Schauspielerin gut aussehen soll, sogar wenn sie heult“, sagt der Lighting Director Park Hwan.

Die Produzenten der Sendung setzten sich zunächst gegen die erhöhten Kosten des High End-Equipments zur Wehr, doch Regisseur Gyu Tae Kim war ebenso qualitätsorientiert wie sein Kameramann Kim. Als die Produzenten den Pilotfilm und dessen Bildqualität sahen, gaben sie den Widerstand auf und waren mit an Bord. Jetzt, da die Sendung ein Erfolg ist, hat Kim die Freiheit zu tun, was er will. Die Produzenten haben nun verstanden: Wenn Kim eine Fernsehserie dreht, wird die Herstellung zwar etwas teurer, doch dafür bekommen sie eine auffallend bessere Bildqualität. „Letztlich ist es nur ein geringer Preis, der zu zahlen ist“, sagt der Kameramann.

Kim hat auch viel Zeit darauf verwendet, dem Team und den Schauspielern sein Bild- und Farbkonzept zu erklären. Die südkoreanische Star-Schauspielerin Hye-kyo Song, die in THAT WINTER, THE WIND BLOWS wie auch in dem asiatischen Fernsehphänomen DESCENDANTS OF THE SUN die Hauptrolle spielt, war fasziniert davon und stellte Kim viele Fragen. Er machte eine Reihe von Make-Up-Tests und diskutierte mit Song die Ergebnisse. Auf Grundlage dieser Tests entwickelte er einen eigenen visuellen Stil für die Serie. Dafür kombinierte er sorgfältig mehrere Faktoren: Beleuchtung, Makeup, Art Direction und die Wahl von Objektiv und Kamerawinkel. Song war derart angetan von dem Ergebnis, dass sie in ihren Vertrag die Klausel einbauen ließ, künftig ausschließlich mit der ALEXA gefilmt werden zu dürfen.

Bei seiner nächsten Produktion geht Cheon-Seok Kim sogar noch weiter. Im Frühjahr 2016 begann er die Arbeit an einer neuen Fernsehsendung namens SCARLET HEART: Er drehte mit ALEXA XT Kameras und nahm in ARRIRAW Open Gate auf, um die Bildqualität weiter zu verbessern und in der Postproduktion noch mehr Kontrolle zu haben.

Dabei wird er von seinem DIT Hee-Dae Choi unterstützt, der ebenfalls ein großer Anhänger hoher Bildqualität ist. Als ARRI mit ihnen sprach, hatten sie gerade die ersten zwölf Drehtage hinter sich – ohne jegliche Schwierigkeiten. Insgesamt produzieren sie zwanzig Episoden der Serie und einen Spinoff-Spielfilm. Alles funktioniert bestens, und Kim sieht keine Alternative zu seiner Kamera. „Die ALEXA verschafft mir die Bilder, die ich mit bloßem Auge sehe“, sagt er. „Sie ist wie mein eigener Blick. Für WINTER habe ich eine Menge Kameras getestet, aber bei den meisten gab es einen erheblichen Unterschied zwischen dem, was ich sah und was die Kamera zeigte. Die ALEXA ist die einzige, die meinem Blick entspricht. Ich verstehe die ALEXA und sie versteht mich.”