ARRISCAN

Der ARRISCAN kann so und in dem Maße konfiguriert werden, wie die unterschiedlichen Aufgaben, Archivmaterialien und Auslieferungsformate es erfordern. Aufbauend auf das Einstiegsmodell ARRISCAN 2K kann jedes Gerät – egal ob neu oder bereits im Einsatz – für jede Aufgabe nachgerüstet werden.

Die diffuse und hochleistungsstarke LED-Lichtquelle des ARRISCAN reduziert die Sichtbarkeit von Schrammen und erzeugt keinerlei Hitze – eine der Voraussetzungen, um Nitro-Film überhaupt scannen zu können. Die LED-Lichtquelle ermöglicht darüberhinaus eine hochpräzise Kalibrierung und hält Farbe und Helligkeit stabil.

Die Optik des ARRISCAN – mit variabler optischer Vergrößerung – wurde in Kooperation von ZEISS und ARRI entwickelt. Eine schärfereduzierende digitale Größenanpassung des Scans entfällt, selbst wenn Material mit ungewöhnlichen Bildgrößen oder geschrumpfter Film abgetastet wird.

Hightech-Innovationen sind der Schlüsselfaktor bei ARRIs Produktentwicklung. Der ARRISCAN übernimmt alle Qualitätsmerkmale des analogen Films in Bezug auf den Dynamikumfang und die Auflösung. Dadurch erzeugt der ARRISCAN ein vollständiges digitales Abbild des Negativfilms. LED-Lichtquelle

  • Dauerhaft stabile Farbwiedergabe
  • RGB + IR
  • Keine thermische Belastung für den Film
  • Geschlossener Regelkreis
  • Exzellente Farbtrennung
  • Reproduzierbare Qualität über Zeit
  • Gleichmäßige Belichtung über UlbrichtkugelErmöglicht eine flexible Anhebung des Dynamikumfangs

Der ARRISCAN nutzt als Lichtquelle mehrere LEDs, die sich durch geringen Stromverbrauch, hohe Effizienz sowie durch eine ausgezeichnete Farbseparation und lange Lebensdauer auszeichnen. Die LEDs garantieren perfekte Bildqualität und belasten den Film nur ganz gering mit Wärme.

Am häufigsten wird beim Film-Scannen ein Beleuchtungssystem mit klassisch weißer Lichtquelle verwendet, wie z. B. Xenon- oder Halogenlampen, die das Farbspektrum gleichmäßig abdecken. Für die Farbseparation zwischen Rot, Grün und Blau werden Filter eingesetzt. Da weiße Lichtquellen jedoch schnell verschleißen, müssen sie regelmäßig ausgetauscht werden, um eine konstante Lichtqualität aufrechtzuerhalten. Bei dieser Art des Scannens kann eine Filterung nur ganz nahe am Sensor erfolgen, womit der Film unnötiger thermischer Belastung ausgesetzt wird. Jede eingesetzte Filterung senkt darüberhinaus die Effizienz, da Filter viel Licht schlucken. Aus diesem Grund verwendet ARRI LED-Licht – und zwar RGB plus Infrarot. Diese Lichtquellen sind zuverlässiger und robuster als die üblicherweise verwendeten weißen Lichtquellen. Der schmale Spektralbereich der LED benötigt keine Filterung, die RGB-Werte können digital und einfach auf die Farbmaskierungen der verschiedenen Filmmaterialien angepasst werden. Da das LED-Signal pulsiert, bringt das den Vorteil mit sich, dass der Film keinem konstanten Licht ausgesetzt wird. Durch das Ein- und Ausschalten des LED-Lichts (Flashing), verhindert der ARRISCAN außerdem das Austrocknen und Ausbleichen des Films.

Eine konstante Farbtemperatur wird durch die Stabilisierung der LED-Temperatur sichergestellt. Spezielle Sensoren messen den Lichtstrom und regulieren „bei Bedarf“ jeden Farbekanal einzeln. Eine Ulbrichtkugel streut das Licht als ersten Schritt zur Schrammen-Eliminierung.

Ein zusätzlicher Infrarot-Scan identifiziert Staub und Schrammen. Die dabei erzeugte Datei kann für Retusche-Arbeiten in der Postproduktion genutzt werden.

CMOS Area Sensor + Optik

  • Hightech speziell entwickelt von ARRI
  • Großer CMOS-Chip im 35mm-Format
  • 2K-Oversampling
  • 4K-Oversampling mit Microscan
  • Verzerrungsfreie Geometrie
  • Hoher Dynamikumfang, CDS-Anhebung, erweiterter Dynamikumfang

Für die Abtastung des Bildes wird ein speziell entwickelter CMOS Area Sensor genutzt. Die CMOS-Technologie bietet mehrere Vorteile: Highspeed-Fähigkeit durch parallele Datenausgänge; flexible Ausgabemodi durch Active-Pixel-Technologie und Filmschonung durch kurze Belichtungszeiten.

Bei den lichtempfindlichen Elementen in kommerziellen Film-Scannern handelt es sich in der Regel entweder um CCD-Zeilensensoren oder Avalanche-Dioden (für Flying-Spot-Systeme). ARRI setzt jedoch auf eine eigens entwickelte CMOS-Technologie. In den CMOS-Sensoren findet eine andere Signalverarbeitung statt als in CCD-Sensoren. Die fotoinduzierte Ladung wird nicht wie bei einem Halbleiter-Element (CCD – charge coupled device) übertragen, sondern in eine Spannung umgewandelt, die direkt im Pixel („active pixel“) verstärkt wird. Folglich kann das Sensorelement mehrmals ausgelesen werden, ohne dass dabei die Lichtinformation zerstört wird. CMOS-Sensoren haben noch weitere Vorteile: keine Artefakte wie „Blooming“, „Fading“ oder „Smearing“; sie sind robust und haben eine hohe Lebensdauer; die parallele Signalverarbeitung (in 32 Kanälen) erhöht stark die Arbeitsgeschwindigkeit. Der ARRISCAN Sensor hat eine Grundauflösung von 3K x 2K Pixeln; mit Hilfe der sogenannten Micro-Scan-Technik werden Bilder in 6K x 4K-Auflösung erzeugt. Um dies zu erreichen, wird der Sensor mittels Piezo-Aktoren in Sub-Pixeleinheiten verschoben und werden zusätzliche Teilbilder in Zwischenpositionen erfasst. Es wurde ein Set von speziellen digitalen Bildfiltern entwickelt, um auf die konventionellen 2K- oder 4K-Bildformate herunterzuskalieren. Diese digitalen Filterkerne wurden speziell für eine verbesserte Schärfe und ein Anti-Aliasing optimiert.

Der klare Vorteil von Flächensensoren liegt darin, dass das ganze Bild simultan erfasst wird. Daher ist eine geringe Belichtung ausreichend, denn die optischen Charakteristika sind in allen Richtungen gleich (in Transportrichtung und über den ganzen Film von Rand zu Rand). Außerdem ist es ausgeschlossen, dass geometrische Bildverformungen entstehen.

Die Optik des ARRISCAN – mit variabler optischer Vergrößerung – wurde in einer Kooperation von ZEISS und ARRI entwickelt. Eine schärfereduzierende digitale Größenanpassung beim Scan entfällt, selbst wenn Material mit ungewöhnlichen Bildgrößen oder geschrumpfter Film abgetastet wird.

Filmtransport

Filmsicherheit
Der schnelle Filmtransport mit Sperrgreifer des ARRISCAN ist eine weitere Innovation an sich.

Der Filmtransportmechanismus, entworfen und hergestellt von ARRI, ist ein Präzisionssystem, das in jedem Moment die Sicherheit des Films und eine größtmögliche Bildstabilität garantiert. Das austauschbare Film Gate macht einen Wechsel zwischen 35mm und 16mm, auf Wet Gate oder zum Transport ohne Zahntrommeln extrem einfach.

Die Transporteinheit wird ständig überwacht, um die Sicherheit der möglicherweise unersetzlichen Filmnegative zu gewährleisten. Dank der reichhaltigen Erfahrungen, die ARRI in der Konstruktion von Kameras hat, ist der ARRISCAN Filmtransport robust und zuverlässig; selbst geschrumpfter und stark beschädigter Film kann dank des anpassungsfähigen Archive Modes mit der notwendigen Vorsicht transportiert werden.

Der sichere und schonende Umgang mit Filmmaterial ist ein weiterer wichtiger Aspekt des ARRISCAN: Die digitale Motorsteuerung sorgt für einen sanften Transport. Durch Vorrichtungen zur Ausfallsicherheit (etwa bei Abschaltungen) und mechanische Bremsen wird der Film mit größtmöglicher Vorsicht behandelt.

Workflow

  • Auf die Anwendungen abgestimmte Einstellungen
  • Auflösungen bis zu 6K
  • Geschwindigkeit bis zu 8 fps in 2K-Auflösung
  • Optimierte MTF (Modulationsübertragungsfrequenz) für hochwertige Bilder
  • Linux-basiert
  • Script-Interface
  • EDL-Import
  • Integrierter Keycode-Reader
  • Vollständig kontrollierbarer Filmtransport und mechanische Sperrgreifer

Mit dem ARRISCAN werden beim Scanvorgang selbst keine kreativen Entscheidungen getroffen, umso mehr jedoch nach dem Scan.

Der Colorist ist nicht an den Scanvorgang selbst gebunden und verzögert somit nicht den Scanvorgang, sondern hat dann am Farbkorrektursystem genug Zeit zur Optimierung und Feinarbeit.

Dies verbessert den Workflow dramatisch, da der Colorist sich voll und ganz auf die kreative Arbeit konzentrieren kann, während der Scanner läuft und Daten liefert. Der ARRISCAN wird über eine Job-Liste gesteuert. Nur für das Erstellen dieser Job-Liste und den Wechsel der Filmrollen braucht es einen Operator. Ein integrierter Keycode-Reader, EDL-Support und die Vorschau-Funktionen helfen das Erstellen der Job-Liste zu beschleunigen. Darüberhinaus muss der Operator nicht eingreifen. Die Daten werden über Gigabit-Ethernet übertragen und stehen dann für weitere Arbeiten in der Postproduktion bereit.

Dank seiner Flexibilität kann der ARRISCAN auf vielfältige Weise eingesetzt werden: für digitale Dailies, High-End-Postproduktion oder zur Archivierung und Restaurierung. Die für eine bestimmte Anwendung nötigen Parameter können mit der ARRISCAN Software leicht definiert und eingestellt werden. Der eine Kunde braucht vielleicht Scans in maximaler Qualität für VFX-Arbeit, ein anderer dann wieder nur eine kurze Vorschau auf eine Filmrolle – die Parameter sind allesamt regel- und verstellbar, ganz nach Bedarf. Soviel Flexibilität macht die Arbeit schneller und produktiver.

Filmformate 35 mm in 2-, 3- und 4-Perf (alle Perforationstypen über Filmtransport ohne Zahnkranz)
16mm und Super-16
Filmabtaster Speziell entwickelter CMOS-Flächensensor mit Piezo-Aktor für Mikroscanning
Native Auflösung: 3K x 2K
Max. Auflösung mit Micro-Scanning: 6K x 4K
Belichtung Hochleistungsstarke LED (R, G, B, IR) mit Selbstregelungstechnik für optimale Langzeitstabilität
Optisches System Speziell entwickeltes Zeiss/ARRI Objektiv mit verstellbarem Filmschritt und Autofokus
Auflösungen 2K (Downsampling von 3K oder 6K)
4K (Downsampling von 6K)
3K (nativ)
6 K (nativ)
Bittiefe Einzelbelichtung: 14 Bit
Doppelbelichtung: volle 16 Bit
Kontrastumfang bis zu 4 Dichten über Schleier
Filmtransportsystem Mechanischer Sperrgreifer (kann deaktiviert werden)
Voll computerisierter Transport mit einstellbaren Parametern (Geschwindigkeit, Beschleunigung), Filmspannung), 2 PTRs optional: Transport ohne Zahnkranz
Shuttle-Geschwindigkeit Vom Operator einstellbar: 0 m/s- 2,0 m/s
Datenformate Cineon 10-Bit-Log
DPX 10-Bit-Log, 16-Bit-Log, 16-Bit-Lin
TIFF 16 Bit
TIFF 8 Bit (nur Proxys)
Farbkalibrierung Status-M-Dichten, Printer-Lichter, benutzerdefinierte Matrix, benutzerdefinierte LUT, Positivfilm
Anwendungssoftware GUI auf lokalem Touchscreen und auf Remote-PC über Standard-Netzwerkverbindung
Interaktiver Job-Editor; schnelle und automatische Graubalance- und Schleier-Kalibrierung
Live-Vorschau beim Spulen
Workflow Anpassbarer EDL-Import
Keycode-basiertes Scannen
GUI- und Script-basierte Job-Verwaltung
Host-PC HP Z820, RHEL 5 (kernel 5.9)
Remote-PC Standard-Tower-PC mit 17‘‘-Flachbildschirm, Windows XP
Abmessungen Größe: 120 x 64 x 172cm (L x B x H)
Gewicht: ca. 354kg
Elektrische Werte Betriebsspannung: 100-120 V / 200-240 V
Leistungsaufnahme: 2000 W
Frequenz: 50 Hz / 60 Hz
Betriebsumgebung Raumtemperatur: 17-23° Celsius (Fluktuation maximal +/-1° C)
Relative Luftfeuchtigkeit: 45 % bis 55 %
Garantie 12 Monate auf alles

  • 35mm Archive Gate
    35mm-Gate ohne Sperrgreifer mit höherem und breiterem Bildfenster (28mm x 21,5mm)
  • 16mm Archive Gate Package
    16mm-Gate mit höherem und breiterem Bildfenster (14,2mm x 9,1mm) und Sperrgreifer inkl. Schleifenformer (Super-16, 16mm)
  • 16mm Archive Gate Upgrade
    Nachrüstung vom normalen 16mm Gate auf das 16mm Archive Gate
  • Integrierte Bildstabilisierung
    Software-Lizenz für die elektronische Bildstabilisierung, wenn Scannen mit Sperrgreifer nicht möglich ist.
  • Sprocketless Set
    Transportsystem ohne Zahnkranz inkl. Ultraschall-Schleifenkontrolle und spezielle Schleifenformer
  • Archive Package Dry
    Paket aus 35mm Archive Gate, Sprocketless Set und integrierter Bildstabilisierung
  • 16 mm Archive Package
    Paket aus 16mm Archiv Gate Upgrade und integrierter Bildstabilisierung
  • 16mm und 35mm Wet Gate System Kodika
    Komplettes Wet Gate System inklusive 16mm und 35mm Wet Gate, Umrüst-Kit für ARRISCAN und den ARRI Wet Gate Tower für Scans mit Schrammen-Eliminierung. Zur Benutzung mit Kodika-SES-Flüssigkeit. Die Flüssigkeit muss beim Lieferanten separat gekauft werden.